Was wird durch das Verfahren erfasst?
Der Erholungs-Belastungs-Fragebogen erschließt den gegenwärtigen Beanspruchungsgrad einer Person durch retrospektive Angaben zur Häufigkeit, mit der belastende Situationen und entsprechende Reaktionen sowie Erholungsaktivitäten und -situationen in den letzten „drei Tagen“ auftraten. Er erlaubt also, eine aktuelle Beanspruchungs-Erholungs-Bilanz von Erwachsenen zu erstellen. Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass das Verfahren gut zur Leistungsprognose in unterschiedlichen Bereichen (Prüfungssituation, sportliche Wettkämpfe) geeignet ist. Das Verfahren ist als Einzel- und Gruppentest bei Gesunden und Patienten einsetzbar. Es eignet sich sowohl zur Zustandsdiagnostik als auch zur Verlaufs- und Erfolgskontrolle bei klinischen Fragestellungen, bei Personalentwicklungsmaßnahmen und in der Sportpsychologie.
Wie ist der Test konzipiert?
Der EBF (Langform EBF-72/3) erfragt als vollstandardisiertes Selbstbeurteilungsverfahren die Häufigkeit von Belastungen (differenziert in sieben Bereiche: allgemeine, emotionale, soziale, körperliche und drei leistungsbezogene) und von Erholung (differenziert in fünf Bereiche: allgemeine/emotionale, soziale, körperliche, leistungsbezogene und Erholung durch Schlaf). Jeder der 12 Bereiche ist durch sechs Items mit siebenstufiger Häufigkeitsskala repräsentiert. Die beiden parallelen Kurzformen (EBF-24-A/3, EBF-24-B/3) bestehen aus jeweils zwei Items pro Bereich. Belastung und Erholung erwiesen sich als faktoriell unabhängig. Es lassen sich für den Belastungs-/Beanspruchungsbereich und den Erholungsbereich gesonderte Gesamtwerte bilden.
Kurz und knapp
Reliabilität: Die innere Konsistenz (Cronbachs Alpha) der Skalen liegt zwischen .90 (allgemeine Erholung/allgemeine Beanspruchung) und .70 (Konflikte, Erfolg). Die Testwiederholungszuverlässigkeiten nach 24 Stunden lagen zwischen .79 und .91.
Validität: Die Interkorrelationsstruktur erwies sich als weitestgehend stichprobenunabhängig. Die Kriterienkorrelationen zum aktuellen Befinden (EWL) und zu Persönlichkeitsvariablen (FPI-R) erwiesen sich als konstruktkonform. Korrelationen zur Stressbewältigung erfasst über den SVF sind niedrig und weisen auf komplexe Wechselbeziehungen hin. Der EBF bildet die Effekte von Stressbewältigungstrainings und ähnlichen Maßnahmen sensitiv ab und erlaubt Prognosen über Leistung und Gesundheit im Stressprozess.
Es liegen Vergleichswerte für studentische und nicht-studentische Stichproben vor, die jedoch immer im Hinblick auf den spezifischen Situationshintergrund zu interpretieren sind.
Es liegt eine überprüfte englische Fassung des Fragebogens vor (RESTQ: Recovery-Stress-Questionnaire).
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