Was wird durch das Verfahren erfasst?
Der Fragebogen zur Analyse belastungsrelevanter Anforderungsbewältigung zielt darauf ab, bereits im Vorfeld von Erkrankungen gewohnheitsmäßige Handlungsmuster zu diagnostizieren, die in Stresssituationen erhöhte, dauerhafte Aktivierungen auslösen, und damit langzeitig das Erkrankungsrisiko erhöhen können. Derartige Verhaltensauffälligkeiten sind insbesondere bei Herzkreislauferkrankungen, aber auch bei psychosomatischen Krankheitsbildern beschrieben worden. Damit ist das Verfahren sowohl im Rahmen der Gesundheitsvorsorge in Organisationen einsetzbar (z. B. zur Evaluation von Gesundheitszirkeln bzw. Gesundheitsförderungsseminaren) als auch bei der Belastungsanamnese durch Rehabilitationspsychologen.
Wie ist der Test konzipiert?
Der Fragebogen wurde mittels umfangreicher faktorenanalytischer Untersuchungen (N = 1.880) auf der Grundlage handlungspsychologischer Modellannahmen von Fehlregulation und deren gesundheitlichen Auswirkungen entwickelt. Der Endform von 20 Aussagen liegen identische Faktorenstrukturen von 477 Patienten (Herzkreislauf-, Magen-Darm- und Hauterkrankungen) und 388 gesunden, nicht-studentischen Erwachsenen zugrunde. Es wurden konsistent vier Faktoren durch Varimax-Rotation ermittelt: Exzessives Arbeitsengagement und Erholungsunfähigkeit, Exzessive Kontrollbedürfnisse, Dominanz, Ungeduld. Die Strukturen beider Stichproben sind identisch (Q-Koeffizient der faktoriellen Ähnlichkeit = .96).
Kurz und knapp
Reliabilität: Die inneren Konsistenzen (Cronbachs Alpha) der Skalen betragen für: Arbeitsengagement .80, Kontrollbedürfnisse .73, Ungeduld .75, Dominanz .53. Retest-Analysen über ein Jahr ergaben für die Skalen Koeffizienten zwischen .74 und .65 (N = 130).
Validität: Der Fragebogen liefert signifikante Klassifikationsergebnisse bei der Diskriminierung zwischen Gesunden und Hypertonikern (72,5 %, N = 285 bzw. 189) und zwischen Gesunden und Infarktpatienten (71%, N = 285 bzw. 171). Vergleichsuntersuchungen zwischen Infarktpatienten und Patienten mit psychosomatischen Diagnosen ergaben gleiche Faktorenstrukturen. Es bestehen hochsignifikante Korrelationen mit den Typ A-Screening-Verfahren von Sales (.76) und von Bortner (.65). Die Skalen Arbeitsengagement und Kontrollbedürfnis korrelieren signifikant mit dem Leipziger Risikofragebogen von Guthke (N = 240, .21 bis .74). Diese Skalen weisen bei Gesunden und Infarktpatienten auch konsistente Korrelationen zu physiologischen Parametern des Blutdrucks, der Triglyzeride und der Kaliumionenkonzentration im Speichel auf.
Es liegen Vergleichswerte (Mittelwerte, Standardabweichungen) für verschiedene Patientengruppen (essentielle Hypertoniker, Herzinfarkt-, Psychosomatikpatienten), Kontrollgruppen von Gesunden (Manager, Arbeiter, Inhaber von Bildschirmarbeitsplätzen, Lehrer) und alters- und geschlechtsspezifische Werte vor.
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